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Schreiben von Haus- und Seminararbeiten

Eine wissenschaftliche Arbeit soll zeigen, dass Sie sich mit einem Thema wissenschaftlich auseinandersetzen können. Die Arbeit sollte ein erkennbares Thema behandeln, neue Aussagen treffen, nützlich und nachvollziehbar (Nennung von Quellen) sein. Ebenso soll das methodische Vorgehen erläutert werden.[1]

Wichtig für den zeitlichen Ablauf ist das Erstellen eines Zeitplans, in dem Sie neben der Literaturrecherche und dem Schreiben evtl. auch das Erheben von Forschungsdaten und deren Analyse berücksichtigen. Natürlich sollten Sie auch Puffer für die Korrektur und das Binden der Arbeit einplanen.

Für das Schreiben selbst benötigen Sie ein Schreibprogramm, wie z. B. Word oder Pages. Manche Fachdisziplinen schreiben auch in komplexeren Programmen wie Latex.

Kommen wir nun zur Informationsbeschaffung und dem Schreiben der Arbeit.

Vorüberlegungen

Zu allererst sollten Sie sich über folgende Punkte klar werden:

  • Wie lautet die Themenstellung
  • Wie umfangreich soll die Arbeit sein?
  • Welcher Literaturbedarf ergibt sich daher? Für zehn Seiten benötigen Sie wesentlich mehr Literatur als für ein Fünf-Minuten-Referat, während Sie umgekehrt nicht so viel Literatur benötigen wie für eine Masterarbeit von 80 Seiten.
  • Gibt es Arbeiten, die das Thema unter gleichen oder ähnlichen Aspekten behandeln?
  • Sind bestimmte methodische Anforderungen gestellt, die den Literatur- oder Informationsbedarf beeinflussen? Empirische Studien erfordern z. B. ein anderes Vorgehen, da weniger Literatur benötigt wird.

Recherchephasen

Man kann im Anschluss an diese Vorüberlegungen von drei Recherchephasen sprechen.

  1. Die Idee -> Grundlagenliteratur wird benötigt. Diese werden Sie zuerst lesen und exzerpieren. Mit dieser Grundidee und dem Verständnis der Grundlagen gehen Sie zu ihrem Betreuer. Dieser segnet dann die Idee, die Forschungsfrage usw. ab.
    Manche Betreuer geben auch schon ein Thema vor, welches Sie dann selbstständig bearbeiten müssen.
  2. Sie recherchieren nach weiterführender Literatur -> Achten Sie hier vor allem darauf, dass Sie aktuelle Literatur recherchieren. Sie wollen schließlich nicht von einem „alten“ Thema berichten, außer Sie haben einen neuen Blickwinkel darauf. Forschung soll einfallsreich sein und einen Mehrwert haben.
    Bei dieser weiterführenden Recherche werden Sie dann, evtl. feststellen, dass die von Ihnen benötigte Literatur nicht vor Ort vorhanden ist. Planen Sie Lieferzeiten ein. Die Fernleihe dauert 2-3 Wochen, falls Sie ein Buch bestellen. Bei Aufsatzbestellungen geht es etwas schneller. Nicht, dass Sie unter zu Zeitdruck geraten.
    Zusätzlich zur Recherche in unserem Katalog können Sie nun am besten Fachdatenbanken nutzen, um aktuelle Literatur aus Fachzeitschriften zu recherchieren. Sie ersparen sich somit das mühevolle durchforsten der einzelnen Hefte.Haben Sie Ihre Literatur beisammen, lesen und exzerpieren Sie wieder. Am besten Sie schreiben direkt bei den Exzerpten die Seitenangaben der Ideen dazu. Versuchen Sie hier schon nur die wichtigsten Stellen wortwörtlich zu zitieren. Versuchen Sie so viel wie möglich in Ihren eigenen Worten wiederzugeben, um ein Plagiat zu vermeiden.
  3. In der dritten Phase fangen Sie an Ihre Gliederung zu erstellen. Sie können dies aber auch schon vorher tun. Wichtig ist, dass Sie diese mit dem Betreuer abstimmen. Geben Sie nicht auf, meist erstellt man mehrere Gliederungen. In der Regel sind Gliederungen dynamisch und verändern sich im Schreibprozess des Öfteren.
    Um Ihre Arbeit mit Leben zu füllen stellen Sie Thesen auf, die sich aus dem kritischen Lesen der Literatur ergeben. Wurde vllt. ein Aspekt noch nicht erfasst, ist es generell etwas Neues? In dieser Phase beginnen Sie natürlich auch mit dem Schreiben. Gleichen Sie am Schluss noch einmal das Literaturverzeichnis mit den Fußnoten ab.
    Tipp: Sie können natürlich auch ein Literaturverwaltungsprogramm verwenden.

Weitere Tipps und Tricks zur Recherche für Ihre Haus-, Studien-, oder Abschlussarbeit finden Sie über unseren Themenschwerpunkt „Recherche“. Hier erhalten Sie Hilfestellung zum Thema Literatursuche im Katalog+ und verschiedenen Datenbanken. Des Weiteren bieten wir Ihnen hier umfangreiche „Recherchetipps“ an.

Beachten Sie bitte unser Kursangebot. Wir haben drei verschiedene Schulungen zum Thema recherchieren im Angebot: „Fit für die Literaturrecherche“, „Mehr Literatur zu einem Thema“ und „Nicht bei uns? Katalog+, DigiBib Fernleihe!“.

[1] Vgl. Ebster, Claus; Stalzer Liselotte (2017) Wissenschaftliches Arbeiten für Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler. Facultas, Wien.

Literaturbewertung

Sie stellen sich nun sicherlich die Frage, wie Sie die gefundenen Treffer nach Relevanz und Qualität bewerten können und was Sie an Ihrer Recherchemethode verbessern können, falls Sie zu wenige oder zu viele Treffer finden.

Finden Sie zu wenig Literatur, haben Sie vllt. die falschen Schlagwörter verwendet oder nicht alle Rechercheinstrumente berücksichtigt. Oder Sie schreiben eine empirische Arbeit und die Literaturmenge für Ihre Fragestellung ist vllt. generell wenig…

Haben Sie zu viel Literatur gefunden, können Sie das Thema noch einmal eingrenzen. Haben Sie vllt. formal statt inhaltlich recherchiert? Sind renommierte Autoren unter den Verfassern? Dann wählen Sie die aus. Ebenso können Sie die Titel analysieren. Sind welche verzichtbar, weil sie z. B. zu alt sind oder nicht ganz zum Thema passen?

Wie bewerten Sie jetzt die gefundenen Treffer nach ihrer Qualität oder Relevanz?

Am besten Sie stellen sich zwei Fragen: Ist die Quelle zitierfähig (zugänglich) und ist die Quelle zitierwürdig (wissenschaftliche Qualitätskriterien).

Folgende Punkte sind für die Bewertung von Relevanz:

  • Aktualität
  • Seriosität
  • Reputation des Verfassers (z.B. Zitationshäufigkeit)
  • Reputation des Verlages
  • Veröffentlichungsort (z.B. Impact Factor der Zeitschrift)
  • Untersuchungstiefe
  • Verfügbarkeit
  • (Empfehlung des Betreuers)

Im Bibliothekskatalog können Sie schon eine erste Titelauswahl treffen und die Titel auf ihre Qualität und bzgl. der Relevanz für Ihr Thema beurteilen.

Ist ein Autor ein besonders renommierter Wissenschaftler in Ihrem Bereich, der auf keinem Fall in Ihrer Arbeit unberücksichtigt bleiben darf? Oder lässt sich an einem Schlagwort erkennen, dass dieser Treffer besonders relevant sein wird? Dies sind alles Aspekte, welche Sie schon bei der Katalogrecherche erkennen können. Diese Titel können Sie dann über die Funktion „Auswahl“ direkt auf eine Merkliste im Katalog setzen.

Falls ein Abstract oder Inhaltsverzeichnis angefügt ist, können Sie auch hier schon bequem von Ihrem Arbeitsplatz oder von Zuhause abwägen, ob der Titel überhaupt von Relevanz ist.

Stehen Sie bereits vor dem entsprechenden Regal, können Sie natürlich vor Ort entscheiden, ob der Titel für Sie von Bedeutung ist. Auch hier ist z. B. die Aktualität oder das behandelte Thema ein Kriterium. Wenn Sie kurz Einblick in den Inhalt nehmen, fallen Ihnen evtl. rechts- oder linkspopulistische Schriften auf, die vllt. Ihr Thema möglicherweise zu unkritisch oder einseitig reflektieren.

Am wichtigsten ist die kritische Quellenbewertung jedoch bei allem was aus dem Internet stammt. Hier ist der Autor bzw. die URL der Seite noch wichtiger um die Relevanz und Qualität zu beurteilen. Folgende Kriterien helfen Ihnen bei der Beurteilung:

  • Wird ein Autor angegeben?
  • URL/Adresse der Seite
  • Veröffentlichungszweck
  • Äußere Aufmachung
  • Aktualität und Kontinuität
  • Schreibstil
  • Sachliche und inhaltliche Richtigkeit
  • Referenzen

Wenn Sie sich z. B. mit dem Berufsfeld eines Soziologen beschäftigen ist die Homepage von Ihrem Nachbar Hans Müller nicht gerade eine zitierfähige Quelle, die Seite des Berufsverbands Deutscher Soziologinnen und Soziolegen e.V. allerdings schon.

Es gibt natürlich auch fachspezifische Unterschiede ob eine Quelle zitierfähig ist oder nicht.

Stellen Sie sich z. B. vor, dass Sie eine Arbeit zu den Pressestimmen der Fußball WM 2018 schreiben.

Würden Sie die „Bild“ dann als zitierfähige Quelle einstufen? Natürlich würden Sie das! Denn die Bild ist eine anerkannte Tageszeitung, die bei den Pressestimmen zur WM 2018 sicherlich nicht fehlen darf. Schreiben Sie allerdings eine Arbeit zur Alzheimerforschung in Deutschland, würden Sie nicht gerade die Bild zitieren, sondern sich auf Artikel in einer anerkannten medizinischen Fachzeitschrift beziehen.

Beachten Sie unser Kursangebot zur „Bewertung von Literaturquellen“. Weitere Informationen finden Sie auf unseren Seiten „Kurse und Informationen“.

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