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Bewertung von Open Access

Open Access und der Impact Factor

Nach wie vor steht das Vorurteil im Raum, Open-Access-Journals hätten einen schlechten Impact Factor. Es ist Ratsam, dies im Vorfeld einer individuellen Publikation zu prüfen, da sich mittlerweile auch High-Ranking-Open-Access-Journals auf dem Markt etabliert haben. Unter dem Schlagwort "altmetrics" finden sich außerdem im Netz umfangreiche Informationen zur Bewertung wissenschaftlicher Leistung anhand alternativer bibliometrischer Kennzahlen.

DFG unterstützt DOAJ

DOAJ ist eine von der Gemeinschaft kuratiertes Online-Verzeichnis, das den Zugriff auf qualitativ hochwertige, frei zugängliche und von Experten begutachtete Fachzeitschriften ermöglicht.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist der Global Sustainability Coalition for Open Science Services (SCOSS) beigetreten und unterstützt auf diesem Weg das Directory of Open Access Journals (DOAJ).

„Die DFG erachtet die Nachhaltigkeit wesentlicher Infrastrukturen für Open Access als ausschlaggebend für die Zukunft. Das DOAJ hat sich als sehr nützliches Werkzeug nicht nur für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Bibliotheken bewährt, sondern auch für Förderorganisationen und Infrastrukturanbieter. Wir begrüßen im Interesse der Öffentlichkeit die transparente und nachhaltige Entwicklung des DOAJ“, sagte Dr. Angela Holzer (DFG).

(Quelle: Helmholtz Open Science Newsletter vom 18.07.2018)

Risiken beim elektronischen Publizieren

In letzter Zeit häufen sich rasant die Berichterstattungen zum Thema „Fake Science“, was auch das seit langem bekannte Problem des „Predatory-Open-Access“ wieder stärker in den Fokus rückt. Demnach haben sich einige dubiose Verlage und Gesellschaften etabliert, welche vermeintlich „wissenschaftliche“ Zeitschriften herausgeben, die ähnliche Titel und ein ähnliches Layout wie bekannte und etablierte echte wissenschaftliche Zeitschriften aufweisen. Diese sogenannten „Predatory Journals“ werden mit gefälschten ISSNs oder Impact Faktoren beworben. Obwohl diese Zeitschriften pseudowissenschaftlich sind, erheben sie von den Autoren hohe Publikationsgebühren (Article Processing Charges - APCs) für dieses betrügerische Geschäftsgebaren.

Die Herausgeber dieser Zeitschriften betreiben aggressive Werbung, schreiben Forschende aktiv an und fordern diese zur Veröffentlichung auf. In diesen Zeitschriften gibt es keinerlei Qualitätssicherungsverfahren wie Peer Review, auch wenn solche oft auf den Homepages genannt werden. Ein Kommentar zu dieser Entwicklung wurde in der Zeitschrift „Nature“ veröffentlicht.  Als nützliches Hilfsmittel zur Identifikation seriöser wissenschaftlicher Zeitschriften kann neben dem Directory of Open Access Journals die Webseite der Initiative „Think Check Submit“ dienen. Die durch Verlags- und Bibliotheksverbände unterstützte Initiative gibt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine Checkliste an die Hand, mit der die Vertrauenswürdigkeit und Seriosität einer wissenschaftlichen Zeitschrift überprüft werden kann. Um Autorinnen und Autoren weltweit über die Problematik von „Predatory Journals“ aufzuklären, wurde die dreistufige Anleitung „Think Check Submit“ in zahlreiche Sprachen, unter anderem auch ins Deutsche übersetzt. (vgl. Helmholtz-Gemeinschaft: Newsletter Helmholtz Open Science vom 30.11.2017)

In einer am 02.10.2018 verabschiedeten Stellungnahme des Senats der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zu sogenannten Raubverlagen bekennen sich die Hochschulen zu ihrer Verantwortung für die wissenschaftliche Qualitätssicherung.

 

Zu diesem Thema gibt es zahlreiche Veröffentlichungen und die Medien greifen diese Problematik regelmäßig auf.

Wie können Sie nun verhindern, dass Sie einem solchen „Predatory Journal“ zum Opfer fallen?

  • Überprüfen Sie ob die Zeitschrift in der Sie publizieren möchten im Directory of Open Access Journals (DOAJ) gelistet ist. Die Seite Quality Open Access Market (QOAM) ist ebenfalls ein guter Indikator für qualitativ gute Open-Access-Journals.
  • Existiert die ISSN und ist sie korrekt?
    Hierzu können Sie eine Überprüfung in der Zeitschriftendatenbank durchführen.
  • Ist der angegebene Ranking Factor korrekt? 
    Einen Impact Factor besitzen nur Zeitschriftentitel, welche in der Datenbank Web of Science, beziehungsweise SJR (Scopus), SNIP (Dimensions) nachgewiesen werden. Zur Überprüfung können Sie den Titel in der entsprechenden Datenbank suchen. Achten Sie auch darauf, dass dieser bibliometrische Wert erst nach einem Erscheinungszeitraum von drei Jahren erstellt wird. 
  • Beinhaltet die Homepage oder das Anschreiben das Sie erhalten haben viele Rechtschreibfehler und seltsame grammatikalische Formulierungen? 
    Solche Auffälligkeiten sind typisch für falsche Zeitschriften, da die Texte vor der Verbreitung in zahlreiche Länder oft nur durch automatische Übersetzungsprogramme geschickt werden.
  • Kommen Ihnen die Fristen (Peer review, Veröffentlichung) seltsam vor? Sind sie auffallend kurz?
    Da de facto keine echten Qualitätsprüfungsverfahren durchlaufen werden, können diese Zeitschriften mit für das jeweilige Fachgebiet unüblich kurzen Fristen locken.

Bitte beachten Sie hierzu auch die Checklisten der Seiten Think Check SubmitDirectory of Open Access Journals sowie die Liste der Predatory Journals!

Wichtig ist, dass nicht nur im Open-Access-Publizieren schwarze Schafe existieren. Lassen Sie sich also nicht abschrecken. Bei Fragen zu diesem Thema stehen wir beratend zur Seite und helfen Ihnen solche Verlage zu identifizieren. 

Pro und Contra von Open Access

Pro

  • Freier Zugang zu öffentlich finanzierten Forschungsergebnissen
    (Ende der 3-fach Finanzierung)
  • Gute Auffindbarkeit über Suchmaschinen und Nachweisdienste
    (Volltexte ohne Restriktionen über Google und Co.)
  • Langfristige Verfügbarkeit der Dokumente gewährleistet über "Persistent Identifiers"
  • Partizipation an den Vorteilen digitaler Dokumente
    (speichern, kopieren, versenden, drucken erlaubt)
  • Schneller und kostenloser Zugang zu wissenschaftlicher Information
    (für die gesamte interessierte Öffentlichkeit erreichbar)
  • Förderung der internationalen und interdisziplinären Zusammenarbeit
    (Stärkung von Ländern ohne umfangreiche Forschungsfinanzierung)
  • Förderung der Forschungseffizienz
    („Early Advantage“ Verfügbarkeit vor der Publikation verkürzt den Forschungszyklus)
  • Verbesserung der Informationsversorgung
    (schnelle Information über den aktuellen Forschungsstand)
  • Erhöhte Sichtbarkeit und Zitierhäufigkeit von Dokumenten
    (bessere Zugänglichkeit führt zu höherer Zitationshäufigkeit)

Contra

  • Qualitätsvorbehalte
    (Befürchtung eines schlechten Renommées)
  • Fragen der Auffindbarkeit
    (wenig Vertrauen in die technische Infrastruktur)
  • Langzeitarchivierung von Dokumenten
    (Risiko der „digitalen Flüchtigkeit“)
  • Rechtliche Vorbehalte
    (Unklarheiten bzgl. Urheberschaft und Verwertungsrechten)
  • Finanzierbarkeit des Author-Pays-Modells
    (deutlich höhere Publikationskosten)
  • Vorbehalte hinsichtlich Publikationsmittelverteilung und Interessenkonflikten
    (Fragen zu Länderzugehörigkeit, Institutionendruck, …)
  • Zeitaufwand für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
    (Selbstarchivierung vs. professionelle Repositorien)

Kontakt


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Sachbearbeiterin

Bitte richten Sie alle Anfragen per E-Mail an:

openaccess(at)ub.uni-kl.de
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